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Formalitäten

Mit ihrer Ankunft in Deutschland beginnt für die Flüchtlinge ein Behörden-Marathon: Es fängt mit der Registrierung nach der Einreise bei einer staatlichen Stelle an, von wo sie an die Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet werden.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – kurz BAMF – ist für das Asylverfahren zuständig, erstellt den temporären Ausweis u. a.. Sämtliche Abläufe im Einzelnen darzustellen, sprengt diesen Rahmen hier. Interessierte können sich auf den Internetseiten des BAMF informieren.

Wenn die Flüchtlinge dann ihre Unterkünfte in den Gemeinden beziehen, stehen ihnen für die vielfältigen Behördengänge keine Dolmetscher mehr zur Seite, wie es beim BAMF der Fall war. Hier sind Ehrenamtliche bei der Erledigung der Ämtergänge und dem Ausfüllen der Formulare behilflich.
Die Anmeldung der Neuankömmlinge auf dem Affalterbacher Rathaus ist schon ein eingespieltes Prozedere, für die Flüchtlinge jedoch neu. In der Regel sind sie mit dem  Verstehen und Ausfüllen von Fragebögen und der Ämtersprache völlig überfordert.
Doch mit der Anmeldung ist es nicht getan, denn schon ein paar Tage später steht der nächste Termin auf dem Landratsamt an.
Für diejenigen, die arbeiten dürfen, ist das Jobcenter eine häufige Anlaufstelle. Für die meisten steht auch das sogenannte Interview beim BAMF noch aus, auf das sie oft viele Monate warten.  In der Zwischenzeit gibt es umfangreichen Briefverkehr, den sie den Ehrenamtlichen vorlegen, da sie die Inhalte nicht verstehen und Angst haben, einen wichtigen Termin zu verpassen oder etwas falsch zu machen.
Das Sprachniveau für Deutsch ist bei den Affalterbacher Flüchtlingen sehr unterschiedlich. So gibt es immer jemanden, der beim Dolmetschen behilflich sein kann. Das machen die Flüchtlinge auch bereitwillig, weil sie am Anfang selber auf solche Unterstützung angewiesen waren und gerne etwas zurückgeben möchten.

Die Unterstützung durch die hier involvierten Ehrenamtlichen berührt fast alle Bereiche des täglichen Lebens. Für die Kinder muss die Busfahrkarte beantragt, für die Erwachsenen die Kostenübernahme für die Kurse geklärt, ein Konto eingerichtet werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch beim Wohnen zur Miete fällt so allerhand an, was geregelt werden muss und für unsere neuen Mitbürger fremd und neu ist.

Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist anspruchsvoll und sehr vielfältig und reicht vom Erläutern der Post über das Aufsetzen von Schreiben, Vereinbaren von Terminen bis hin zur persönlichen Begleitung.